Der „Kurier“ berichtete am 15.07.2009

Heimatverein Kraichgau würdigt Verdienste um den Kraichgau

Ehrenmitgliedschaft
für Doris Ebert

 

Lobenfeld. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde Doris Ebert, Lobenfeld, in der dortigen Klosterkirche in Würdigung ihrer Verdienste um den Heimatverein Kraichgau, um den Kraichgau und nicht zuletzt um die Klosterkirche Lobenfeld die Ehrenmitgliedschaft des Heimatvereins Kraichgau e.V. verliehen. Nach Dr. Adam Schlitt (+), Dr. Paul Herrmann, Franz Gehrig, Hans Bender, Prof. Dr. Erwin Huxhold (+) und Michael Ertz (+) ist es die siebte Ehrenmitgliedschaft die der Verein vergeben hat.

In Anwesenheit von Bürgermeisters Heiner Rutsch, Berno Müller, als Vertreter des Landrats, sowie vieler Freunde und Weggefährten stellte Bernd Röcker, Vorsitzender des Heimatvereins Kraichgau, die Verdienste von Doris Ebert dar.

Doris Ebert, hat seit fast zwei Jahrzehnten im Beirat, im Vorstand und im Redaktionsstab wichtige Aufgaben übernommen und den Verein nach innen und außen mitgeprägt. Im Redaktionsstab war sie in den letzten Jahren nicht mehr hinweg zu denken; ohne ihre Bereitschaft, die Leitung der Redaktion zu übernehmen, hätte der Verein in den letzten acht Jahren nicht so viele Bücher publizieren können.

Sie war 15 Jahre Mitglied des Beirats im Heimatverein Kraichgau, seit 1994 bekleidet sie das Amt einer stellvertretenden Vorsitzenden. Auch als Mitglied des Redaktionsstabs leistet sie bei der Herausgabe des alle zwei Jahre erscheinenden Kraichgau-Jahrbuchs, der Sonderveröffentlichungen und der Kleinen Reihe eine umfangreiche Arbeit.

Außerdem betätigte sie sich in verschiedenen Arbeitskreisen des Vereins, insbesondere in der Arbeitsgruppe, die die Kraichgau-Bibliothek des Heimatvereins Kraichgau im Graf-Eberstein-Schloss in Kraichtal-Gochsheim aufbaute und betreut.

Bei den Bänden „Kraichgau 1945 – Kriegsende und Neubeginn“, Band 1 „Dokumente aus den Militärarchiven“ und Band 2 „Augenzeugenberichte und amtliche Dokumente“, hat sie als Mitherausgeberin einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen.

Daneben beschäftigte sie sich intensiv mit der Geschichte des Klosters Lobenfeld. Als sie 1973 mit ihrer Familie nach Lobenfeld zog, wurde sie sofort auf die romanische Klosterkirche aufmerksam. Sie hat die bau- und kunstgeschichtliche Bedeutung der Kirche erkannt und wollte mehr über sie wissen. Doch zu ihrer großen Enttäuschung gab es so gut wie keine Literatur über diese. Mit unermüdlichem Einsatz trug sie mehr als zwei Jahrzehnte lang Urkunden und andere Quellen zur Geschichte von Kloster und Dorf Lobenfeld aus den Archiven in Karlsruhe, Speyer, Darmstadt, Freiburg und Mosbach zusammen. Die neu gewonnenen Erkenntnisse vermittelte sie in Vorträgen auch außerhalb des Kraichgaus, in zahlreichen Veröffentlichungen und in unzähligen Führungen in der Klosterkirche.

Mit der Biographie über Elisabeth Silbereisen, der ehemaligen Lobenfelder Nonne und späteren Ehefrau des Straßburger Reformators Bucer, die als Band 24 der Sonderveröffentlichungen des Heimatvereins Kraichgau erschienen ist, widmete sie sich einem lange vernachlässigten Aspekt der Reformationsgeschichte, den Frauen an der Seite der Reformatoren. Es ist eines der ganz wenigen Lebensbilder überhaupt, die über die Ehefrauen der großen Reformatoren geschrieben worden sind.

Als Band 4 der Kleinen Reihe des Heimatvereins Kraichgau gab Doris Ebert das Lagerbuch des Klosters Lobenfeld von 1567 mit einem umfangreichen Kommentar heraus. In ihm sind in Form eines Registerbuchs über Urkunden die Besitzungen und Zinsen des Klosters verzeichnet und vermittelt dem Landeshistoriker wie dem Heimatforscher ein Bild von der Wirtschaftskraft und dem Einzugsgebiet des Klosters.

Allein ihrem beispielhaften Engagement ist es zu verdanken, dass die Klosterkirche Lobenfeld endlich auch Gegenstand kunstwissenschaftlicher, archäologischer und historischer Forschungen geworden ist, dass Universitätsprofessoren und Denkmalpfleger sich für die Klosterkirche interessieren. Ein Ergebnis dieser Bemühungen ist das von Kunst- und Bauhistoriker Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers und ihr herausgegebene großformatige und mit vielen Fotos und Zeichnungen versehene Buch „Kloster St. Maria zu Lobenfeld“, das als Sonderveröffentlichung Nr. 28 des Heimatvereins Kraichgau erschienen ist und die Bedeutung der Klosterkirche als Vermittlerin zwischen der Romanik links des Rheins und der rechts des Neckars aufzeigt.

Nur ihrem persönlichen Einsatz war es auch zu verdanken, dass eine junge Karlsruher Kunsthistorikerin eine für zwei Jahre von der Klaus-Tschira-Stiftung Heidelberg geförderte wissenschaftliche Untersuchung der Wandbilder der Klosterkirche durchführen konnte. Die Ergebnisse dieser Untersuchung von Gabriele Nutz wurden als Dissertation von der Technischen Universität Karlsruhe angenommen und als Sonderveröffentlichung Nr. 29 des Heimatvereins Kraichgau den Interessierten zugänglich gemacht.

Diese Liste ließe sich leicht verlängern. Doch auch in dieser Unvollständigkeit zeigt sie eindrucksvoll ihre außergewöhnliche Leistung. Ohne ihre zupackende Art befände sich die Klosterkirche Lobenfeld vermutlich noch immer im „Dornröschenschlaf“ und wäre das Kloster Lobenfeld nach dem Kloster Maulbronn nicht das am besten erforschte Kloster im Kraichgau. Durch ihre Initiative wurden die Lobenfelder Klosterkonzerte nach längerer Pause wieder belebt und bis heute von ihr organisiert. Damit hat sie dem Kloster Lobenfeld auch ein Stück von dem wieder zurückgegeben, was die Klöster im Mittelalter auch waren, nämlich ein Ort der Kultur und ein Ort der Musik.

Doris Ebert hat unübersehbare Spuren hinterlassen.

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Die Rhein-Neckarzeitung berichtete am 13. Juli 2009:

 

Ohne sie wäre die Klosterkirche noch im Dornröschenschlaf

Lobbachs Ehrenbürgerin Doris Ebert ist neues Ehrenmitglied im Heimatverein Kraichgau - Feierstunde in ihrem „ Wohnzimmer"

 

Von Jutta Trilsbach

Lobbach-Lobenfeld. Mit Doris Ebert hat der Heimatverein Kraichgau ein neues Ehrenmitglied. In einer Feierstunde wurde ihr diese Auszeichnung vom Vorsitzenden Bernd Röcker mit einer Urkunde überreicht. Zuvor führte Doris Ebert die geladenen Gäste durch ihr zweites „Wohnzimmer". Denn während der Renovierung der um 1145, erbauten Klosterkirche hätte sie dort wie die Restauratoren ihre Zelte aufschlagen können.

Indes, Doris Eberts Haus liegt nur einen kurzen Fußweg entfernt. Heimat, das ist das, was die Rheinländerin seit 1973 mit ihrer Familie im beschaulichen Klosterdorf gefunden hat. Sie entdeckte Kloster-Geheimnisse und die Bedeutung der mittelalterlichen Wandbilder als einen Schatz. Doris Ebert forschte unermüdlich eigene Kosten und half, den Schatz zu heben. „Ohne ihre zupackende Art befände sich die Klosterkirche vermutlich noch immer im Domröschenschlaf", betonte Röcker.

Nach dem Kloster Maulbronn sei Lobenfeld das am besten erforschte Kloster im Kraichgau. Ehrenamtlich versehe Doris Ebert seit 1986 verschiedene Leitungsaufgaben wie im Redaktionsstab und ist stellvertretende Vorsitzende für den nordöstlichen Teil des Kraichgaus. In vielen Schriften zur Historie des gesamten Kraichgaus habe die 81-Jährige mit ihren wertvollen Beiträgen zur Dokumentation unserer Heimat beigetragen, erwähnte Bernd Röcker. Mit der Biografie über Elisabeth Silbereisen erschien ein beachtliches Buch. Ein Lebenswerk sei auch das Buch „Kloster St. Maria zu Lobenfeld", das gemeinsam mit Professor Beuckers entstand. Nicht zu vergessen die Wiederbelebung der „Klosterkonzerte".

In Vertretung von Landrat Jürgen Schütz gratulierte Berno Müller für den Rhein-Neckar-Kreis: „Doris Ebert hat mit ihrer Arbeit für das Kloster Lobenfeld und für den Heimatverein Kraichgau der Welt die Geschichte unserer Heimat eröffnet." Lobhudelei sei ja nicht ihr Ding, daher wolle er ihr einfach für den Kreis danken für ihre Geradlinigkeit, manchmal auch dickköpfige Beharrlichkeit im Bestreben weiterzukommen. Eigentlich, so Müller, könne die Schutzpatronin der Klostarkirche ja „Doris" heißen. Mit ihren immer aktuellen Klosterführungen habe sie den Menschen den Weg zum Schauen gezeigt.

Bürgermeister Heiner Rutsch bedeutete das Geleistete der Lobbacher Ehrenbürgerin und Gemeinderätin in vielen ehrenamtlich übernommenen Tätigkeiten und Pfarrvikarin Sabine Bayreuther dankte im Namen der evangelischen Kirchengemeinde. Tief bewegt bedachte Doris Ebert: „Mir macht die Arbeit im Heimatverein Kraichgau eine große Freude, doch ohne die begeisterten Mitstreiter wäre alles ja nicht möglich geworden." Viele Wegbereiter wie Klaus Tschira, Kunsthistoriker und politische Entscheider sowie Menschen aus der Gemeinde habe sie da vor Augen: „Daher danke ich allen, die mir dabei zur Seite standen!"

Ebenfalls ein geliebtes „Kind" von Doris Ebert ist die berühmte Dickel-Orgel. Mit diesem Instrument ließen Alois Bergold und Traudel Röcker, Sopran, anlässlich der Feierstunde Stücke, von Gluck, Purcell und Händel erklingen.

 

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Die Kraichgau-Stimme berichtete am 14. Juli 2009:

 

Heimatverein ehrt Doris Ebert

KRAICHGAU Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat der Heimatverein Kraichgau Doris Ebert aus Lobenfeld geehrt. In der Klosterkirche Lobenfeld wurde sie zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Der Verein hat mit ihr erst sieben Personen die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Doris Ebert hat unübersehbare, Spuren hinterlassen, sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Röcker in seiner Laudatio. Sie hat seit fast zwei Jahrzehnten im Beirat sowie im Vorstand wichtige Aufgaben übernommen und den Verein mitgeprägt. Im Redaktionsstab sei sie nicht wegzudenken gewesen. Sie war 15 Jahre Mitglied des Beirats im Heimatverein Kraichgau, seit 1994 bekleidet sie das Amt einer stellvertretenden Vorsitzenden. Außerdem betätigte sie sich in Arbeitskreisen, insbesondere in der Gruppe, die die Kraichgau-Bibliothek in Gochsheim aufbaute und betreut. Daneben beschäftigte sie sich intensiv mit der Geschichte des Klosters Lobenfeld. Mit unermüdlichem Einsatz trug sie mehr als zwei Jahrzehnte lang Urkunden und andere Quellen zur Geschichte von Kloster und Dorf Lobenfeld aus Archiven zusammen. Allein ihrem beispielhaften Engagement ist es zu verdanken, dass diese Klosterkirche  Gegenstand  kunstwissenschaftlicher, archäologischer und historischer Forschungen geworden ist. Durch ihre Initiative wurden die Klosterkonzerte nach längerer Pause wieder belebt. röc

 

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