Die Badischen Neuesten Nachrichten berichteten am 8. Mai 2008

 

Größte Grabungsstätte im Regierungsbezirk

 

Heimatverein Kraichgau. Die jüngste Exkursion des Heimatvereins Kraichgau unter der Leitung des Vorsitzenden Bernd Röcker, führte nach Stettfeld, und zwar in die römische Vergangenheit. Beim Gewerbegebiet Sand erklärte Britta Rabold vom Landesdenkmalamt den Stand der derzeitigen Grabungen, die sich nun schon ins dritte Jahr ziehen. Man habe als Notgrabung begonnen, „mittlerweile finden wir immer mehr", so Rabold, die von der Fundlage vor Ort ganz begeistert ist.

Die Stettfelder Grabungsstätte hat sich zur größten im Regierungsbezirk Karlsruhe entwickelt, rund vier Hektar sind zu untersuchen. Zahlreiche Ziegelbrennöfen, Brunnen, Materialgruben und Abfallgruben wurden zwischenzeitlich freigelegt. Zum Teil sind sie von beträchtlicher Größe und sie zeigen die professionelle Ausstattung eines antiken Gewerbebetriebs. 2007 fand man drei Töpfer-Öfen mit vollständig enthaltenem Fuchs- und Feuerraum und intakter Lochtenne. Westlich davon fand man zwei Reihen mit je sieben systematisch angeordneten Sandsteinplatten Sie waren Sockelsteine für massive Holzpfosten und trugen vermutlich eine antike Halle, die 30 Meter lang und 13 Meter breit war und wohl zum Lagern der Ziegel vor dem Brand diente.

Besonders in den zugeschütteten Brunnen fanden sich zahlreiche Gegenstände, die vor Ort auch gezeigt wurden. Im Anschluss an die praktischen Grabungen vor Ort zeigte das Römermuseum seine Schatze, insbesondere die Grabbeigaben aus dem römischen Gräberfeld. Vorsitzender Michael Schimmelpfennig verstand es, die Bedeutung des römischen Stettfeld anschaulich zu machen. Der Traum des Vereins ist es aber, einen römischen Palast auszugraben, der im Gewann Hecken noch im Boden schlummert. Hier sucht man noch Sponsoren.

Im Anschluss daran konnten die Teilnehmer noch die St.-Marcellus-Kirche in Stettfeld bewundern. Gerd Simonis und Dr. Waldis Greiselis vorn Heimatverein zeigten die Besonderheiten der 1356 erstmals urkundlich erwähnten Kirche; die vom badischen Kirchenbaumeister Adolf Williard sehr gelungen vergrößert wurde.

 

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