Die Kraichgauer Stimme berichtete am 11. Oktober 2005:

 

Exkursion des Heimatvereins Kraichgau führte nach Sulzfeld

Vor allem Burgen locken neue Gesichter an – Kraichgau als eine eigenständige Einheit,

 

Orte erkunden, die Besuchern sonst versperrt bleiben

Von Marc Schmerbeck

Den .Kraichgau kennen lernen - unter diesem Motto stehen die Veranstaltungen des Heimatvereins Kraichgau. Jetzt boten die Mitglieder eine Führung durch die Sulzfelder Ravensburg und die Besichtigung der Epitaphien in der evangelischen Kirche an.

Bei zehn bis zwölf Führungen pro Jahr gibt es Neues zu sehen und Unbekanntes zu entdecken. „Wir bieten die Möglichkeit, etwas in Gemeinden zu sehen, das man beim normalen Durchfahren öder Durchwandern nicht sofort bemerkt", erzählt Vereinsvize Anton Machauer.

Orte, zu denen man sonst keinen Zugang hat. In  Wilferdingen beispielsweise sah sich der Heimatverein einen Geheimgang in einem Privathaus an. „Er führte zwischen den Wänden in den Keller und diente bei Gefahr als Fluchtweg", erzählt Machauer. Ist es also vielleicht auch mal eng und staubig, die Veranstaltungen des Heimatvereins sind keineswegs angestaubt.

Das zeigt die große Resonanz am Samstagnachmittag in Sulzfeld. Rund 70 Interessierte nehmen an der Führung durch die Ravensburg und die evangelische Kirche teil.

„Ein gewisser Stamm ist immer dabei", erläutert Machauer. „Aber jedes Mal kommen neue Gesichter hinzu- vor allem bei Burgen." Und so gibt es in Sulzfeld allerlei Infos über das Burgleben, Pechnasen oder die dicken Mauern. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Ravensburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Und sie überstand die nachfolgenden Kriege beinahe unbeschadet. „Ein Großteil der Mauern war früher verputzt", erklärt Nikolai Knauer, der dem Arbeitskreis Burgen und Schlösser des Vereins angehört. Er erzählt von einem direkter Zugang für Pferdefuhrwerke in den Weinkeller. Nicht weniger interessant war; der Rundgang durch die evangelische Kirche und die Betrachtung der Epitaphien.

„Vor allem Burgbesichtigungen locken die Leute derzeit", meint der Vorsitzende Bernd Röcker, „Nach den Führungen legen wir Wert auf geselliges Beisammensein zum Diskutieren oder Vorstellen von Literatur." Der 1972 gegründete Heimatverein bietet weit mehr als Führungen. Es gibt Arbeitskreise, die sich mit experimenteller Archäologie oder Schlössern und Burgen beschäftigen. Außerdem werden mit Jahrbüchern, Sonderveröffentlichungen und der so genannten Kleinen Reihe zahlreiche Schriften herausgegeben. Röcker: „Wir wollen das Bewusstsein bewahren, das der Kraichgau eine eigenständig geographische Einheit und eine über Jahrhunderte gewachsene Geschichtslandschaft ist." Weiterhin hat man sich dem Schutz der Natur und der Pflege des Kulturguts verschrieben. Der Verein zählt 500 Einzelmitglieder und 130 juristisch Personen - also Gemeinden, Kreis oder Betriebe. Weitere Infos unter www.heimatverein-kraichgau.de.

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