Die Kraichgau-Stimme berichtete am 14. Febr. 2017

 

Arbeitskreis Genealogie des Heimatvereins Kraichgau

„Alle Eppinger Heckers sind miteinander verwandt“

Vortrag über eine der zahlenmäßig stärksten und einflussreichsten Familien in der Stadt

Von Nicole Theuer

Auf eine Reise durch Hunderte Jahre Familiengeschichte hat Herbert Hecker seine Zuhörer im Flehinger Bahnhof mitgenommen. Auf Einladung des Arbeitskreises Genealogie des Heimatvereins Kraichgau referierte der 75Jährige über die Geschichte seiner weitverzweigten Familie. In Eppingen gilt sie als eine der zahlenmäßig stärksten und einflussreichsten Familien.

Eines schickte Herbert Hecker gleich voraus: „Die Heckers in Eppingen sind alle miteinander verwandt. Wir haben mit Hans Michel Hecker, der im 17. Jahrhundert lebte, den gleichen Ahnherrn.“ Bei seinen Recherchen beschäftigt er sich ausschließlich mit der agnatischen Linie der Familie; also mit einer ununterbrochenen männlichen Linie. „Eine Veronika Hecker begründete die sogenannte Schreiner-Hecker-Linie mit einem eigenen Familienwappen“, erläuterte der Hobbygenealoge. „Veronika hatte zwei Söhne, deren Vater ein Soldat war, von dem man aber nicht weiß, ob er gefallen ist. Auf jeden Fall waren es keine ehelichen Söhne.“

Doch die verschiedenen Stämme haben nicht nur einen gemeinsamen Ahnherrn, sondern noch eine große Gemeinsamkeit. „Wir stammen definitiv nicht vom badischen Revolutionär Friedrich Hecker ab. Mit dem sind wir nicht verwandt“, verdeutlichte Herbert Hecker. Er betonte aber: „Eine alte Überlieferung besagt, dass mein Urgroßvater mit einem Hut mit Feder auf dem Kopf durchs Städtle gelaufen ist.“

Herbert Hecker verhehlte auch nicht, dass die Familiengeschichte nicht frei von Tragödien ist. „Ich kann mich noch erinnern, dass schon in meiner Kindheit und Jugend der Mord an meiner Tante Frieda ein großes Thema war.“ Ende der 20er Jahre wurde die damals 16-Jährige in Eppingen von einem Zögling aus einem Flehinger Heim ermordet und im Grab ihres nur zwei Wochen zuvor verstorbenen Großvaters beigesetzt.

Auch zu seiner Motivation, sich im Ruhestand mit der Familiengeschichte zu beschäftigten, berichtete Hecker. „Auf Familienfeiern wurde immer wieder über die Herkunft unserer Vorfahren diskutiert. Lange Zeit herrschte die Meinung, dass die Heckers aus der Schweiz eingewandert waren.“ Um dieser Vermutung auf den Grund zu gehen, hatte Hecker Bücher gewälzt und Urkunden studiert.

Ergebnis der Recherchen: „Auf der Liste der Schweizer, die in den Kraichgau eingewandert sind, befand sich kein Hecker.“ Dafür wurde Herbert Hecker in einer alten Urkunde fündig. Bereits 1364 ist die Familie in einer alten Urkunde erstmals erwähnt. „Die Heckers, egal ob mit e oder ä, diese Schreibweise gibt es auch, waren stets kleine Leute, die aus einfachen, gediegenen Verhältnissen stammten.“

Manche Generationen brachten es zu bescheidenem Wohlstand, wenn ihnen Zupachtungen zu dem bescheidenen Eigentum an Ackerland gelangen. Der Referent: „Die Heckers waren meistens Ackerbürger und verdienten sich als Fuhrunternehmer oder Müller ein Zubrot.“.

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